Gemeinschaftspraxis Strathmann ang. Dr. T. Brinkmann ang. U.Hanekamp ang. Dr. J. Schmitke
Gemeinschaftspraxis  Strathmannang. Dr. T. Brinkmannang. U.Hanekampang. Dr. J. Schmitke   

Impfstoffe gegen Corona

Impfstoffe von Biontec/Pfizer und Moderna

 

Hier wird ein neues Wirkprinzip benutzt. Bei diesen Impfstoffen wird eine Bauanleitung für ein Viruseiweiß (kein komplettes Virus) in den Oberarm gespritzt. Diese Bauanleitung nennt man mRNA. Der Körper baut dann das für sich alleine harmlose Viruseiweiß. Da er keine Verwendung dafür hat, wird es schnell wieder "verschrottet". Die Zellen präsentieren aber alle verschrotteten Eiweiße dem Immunsystem. Dieses kann so virusinfizierte Zellen oder Krebszellen erkennen und beseitigen. So kann das Immunsystem also das Coronaeiweiß kennen und bekämpfen lernen. Wenn das Virus selbst später in den Körper eindringen sollte, kann das trainierte Immunsystem es schneller beseitigen. Hier scheint eine Überaktivierung des Immunsystems vor allem bei jungen Männern in sehr seltenen Fällen Herzmuskelentzündungen auszulösen. Diese sind jedoch meist selbstlimitierend (hören von alleine wieder auf). Da dies bei Moderna etwas häufiger auftritt, sollen nach Stiko-Empfehlung vom 10.11.21 Personen unter 30 nur mit Biontech geimpft werden, bei Älteren gelten beide Impfstoffe als gleichwertig. Jedoch mehren sich die Hinweise auf eine stärke Wirkung von Moderna. Auch Schwangere ab dem zweiten Drittel sollten nur mit Biontech geimpft werden.

Die Zweitimpfung soll nach 3-6 Wochen (Biontech/Pfizer) bzw. 4-6 Wochen (Moderna) erfolgen. Die Drittimpfung sollte nach 3 Monaten erfolgen, bei extrem Immungeschwächten auch schon nach 4 Wochen. Weitere Auffrischungsimpfungen sind empfohlen bei Personen über 70, Immungeschwächten und medizinischem bzw. Pflegepersonal. Beide Hersteller testen derzeit Impfstoffvarianten speziell gegen Omicron.

 

Impfstoff von Novavax (Nuvaxovid) 

 

Der Impfstoff soll Ende Februar geliefert werden und ist für nicht schwangere Personen ab 18 Jahren für die Grundimmunisierung, nicht aber für Booster zugelassen. Es handelt sich bei Nuvaxovid um einen Proteinimpfstoff mit einem Wirkverstärker (Adjuvans). Die Herstellung beruht auf einen in einer Zellkultur vermehrtem Baculovirus, das gentechnisch verändert wurde, damit es die Informationen für das Spike-Protein des Coronavirus enthält. Das von den Zellkulturzellen dann produzierte Spikeprotein wird gereinigt und stellt den eigentlichen Impfstoff dar. Da die Immunreaktion auf dieses Eiweiß (Protein) jedoch zu schwach ausfällt, wird dem Impfstoff ein Wirkverstärker (Adjuvans) zugesetzt. Die Wirkung scheint mit der von Biontech und Moderna vergleichbar zu sein. Jedoch wurden diese Impfstoffe einige 100 Millionen mal verabreicht, Novavax nur einige zehntausend mal. Daher sind hier die Aussagen zu Wirkung und Nebenwirkungen noch wesentlich unsicherer.

 

Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson

 

Diese Impfstoffe nutzen ein bekanntes Wirkprinzip in neuer Form: Einige Eigenschaften des Coronavirus werden auf ein harmloses und nicht mehr vermehrungsfähiges Virus übertragen. Wenn das Immunsystem dann die Infektion mit diesem harmlosen Virus bekämpft, baut es auch gleichzeitig Abwehrstoffe gegen Corona auf. So werden dann Coronaviren quasi aufgrund einer Verwechslung mit dem Impfvirus vom Immunsystem bekämpft.

Aufgrund des ungünstigeren Wirkungs/Nebenwirkungsverhältnisses empfehlen wir diese Impfstoffe derzeit nicht mehr. Eine Überaktivierung des Immunsystems durch diese Impfstoffe kann in sehr seltenen Fällen vor allem bei jungen Frauen Thrombosen (Blutgerinsel) in den Venen im Gehirn auslösen. Die Zweitimpfung kann bei AstraZeneca nach 4-12 Wochen erfolgen. Die Impfwirkung ist bei einer späten Zweitimpfung deutlich besser, so dass diese nach 10-12 Wochen erfolgen sollte. Allerdings wirkt die Kombinationsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wie Biontech für die Zweitimpfung sogar besser als die die zweimalige Astra-Impfung und kann bereits nach 4 Wochen mit gutem Erfolg gegeben werden. Wie bei allen Impfungen ist nach 3 Monaten ein Booster mit einem mRNA-Impfstoff wie Biontech oder Moderna nach 3 Monaten empfohlen. 

Auch bei dem Impfstoff von Johnson und Johnson sind Hirnvenenthrombosen beschrieben, diese aber noch seltener als bei AstraZeneca aufgetreten. Auch hier ist nach 4 Wochen eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff wie Biontech oder Moderna und ein Booster nach weiteren 3 Monaten empfohlen. 

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